Wer ich bin

Carsten Lotz

Ich bin 49 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder. Aufgewachsen bin ich in Tauberbischofsheim – meine Mutter war Sekretärin, mein Vater Chemielaborant, meine Großeltern haben bei Opel am Band in Rüsselsheim gearbeitet, in der Glasfabrik in Wertheim, auf dem Arbeitsamt in Tauberbischofsheim und in der Landwirtschaft.


Ich war der erste in meiner Familie, der Abitur gemacht hat. Das war keine Selbstverständlichkeit. Es war das Ergebnis sozialdemokratischer Bildungspolitik, die geglaubt hat, dass Herkunft keine Bestimmung sein muss.

1998 bin ich in die SPD eingetreten – weil ich an den Aufbruch nach 16 Jahren Kohl geglaubt habe, und weil ich dazu beitragen wollte. Ich war im Ortsverein aktiv und wurde kurz darauf in den Gemeinderat Tauberbischofsheim gewählt. Dann kamen Studium, Umzüge, Familie. Das Leben.

Ich habe Theologie und Philosophie studiert – in Freiburg, Tübingen, Bonn und Paris. 2007 habe ich promoviert. Danach habe ich 17 Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey gearbeitet, zuletzt als Partner in Paris als Leiter des europäischen Infrastruktursektors: Schienen, Straßen, Stromleitungen. Ich habe Teams geleitet, Projekte durch- und umgesetzt. — … mehr zu meiner beruflichen Erfahrung

Meine Frau und ich leben eine gleichberechtigte Ehe: Sie war ebenfalls Partnerin bei McKinsey. Wir haben drei Kinder großgezogen, die Elternzeit geteilt, ab 2013 beide in Teilzeit gearbeitet. Ich weiß, wie es ist, wenn der Zug zu spät ist und die Kita bald schließt. Ohne den Kita-Ausbau und das Elterngeld – beides erkämpft von der SPD – hätten wir das nicht geschafft.


Als die Kinder noch klein waren und wir beide beruflich eingespannt waren, war wenig Raum für Engagement. Einige Zeit habe ich im Vorstand der AGS Baden-Württemberg mitgearbeitet. 2023 habe ich McKinsey verlassen, weil ich wieder mehr Zeit für andere Dinge haben wollte, auch für das politische Engagement. Ich habe einen Lehrauftrag an der Universität Mannheim zu wirtschaftsethischen Themen, schreibe regelmäßig Essays in der WirtschaftsWoche und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und habe ein Buch zum Verhältnis von Wirtschaft und Philosophie geschrieben.

Meine Frau hat ein Unternehmen gegründet und baut in Gomaringen ein gemeinschaftliches Wohnprojekt: 30 Wohneinheiten und eine Pflege-WG. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, durch den deutschen Verwaltungsapparat zu navigieren. Und wir wissen, dass die meisten das nicht können – weil ihnen die Zeit fehlt, das Wissen oder das Geld für den Anwalt, oder sie schlicht die Nerven nicht haben.

Seit ich aus Paris zurück bin, engagiere ich mich im Ortsverein und wurde 2024 zum Vorsitzendem gewählt. Ich weiß, wie mühsam und kompliziert Kommunalpolitik ist. Gerade dort, wo die Wege weiter sind und wo die Parteiinfrastruktur weniger präsent ist.

Beruflich schreibe ich heute Essays, lehre an der Universität Mannheim und halte Vorträge. Auch ein Buch habe ich inzwischen publiziert: »Wirtschaft als Erste Philosophie?« – Mehr dazu hier: www.carstenlotz.de

Vor kurzem habe ich bei SWR1-Leute zu meinem Werdegang gesprochen und meine philosophischen Gedanken geteilt.